Die Haßfurter Hawks sorgen mit ihrem 3:6 noch einmal für Spannung

Gegen den Pegnitz gab es die erste Heimniederlage der Saison. Die Kreisstädter stehen zwar immer noch auf Platz eins, können von den Ice Dogs aber noch abgefangen werden.

 

Es war alles angerichtet für eine weitere Party der Rot-Weißen. Es hätte so schön sein können. Doch das Spiel zwischen dem ESC Haßfurt und dem EV Pegnitz in der Eishockey-Landesliga-Aufstiegsrunde verlief anders, als es sich die meisten der 665 Zuschauerinnen und Zuschauer im Haßfurter Eisstadion erwünscht hatten. Einzig die etwa 50 mitgereisten Fans der Ice Dogs jubelten am Freitagabend lautstark, denn ihre Mannschaft schaffte das, was in den vorangegangenen Pflicht-Heimspielen der Hawks keinem Gegner gelang: Sie ging als Sieger vom Eis.

Defensivmann Pribyl spricht Klartext

"Das war einfach eine schlechte Leistung von uns", suchte Verteidiger Tomas Pribyl keine Ausreden für das zumeist glücklose Auftreten. Zwar beträgt Rückstand der Oberfranken auf die Hawks trotz des Erfolges immer noch fünf Punkte. Diese haben aber noch zwei ausstehende Partien. Ob die noch ausgetragen werden können – oder ob am Ende die Quotientenregelung zur Anwendung kommt, bleibt abzuwarten. Sollte Pegnitz aber tatsächlich noch an die Tabellenspitze rücken, wäre die Austragung des Halbfinals für Haßfurt ungemein wichtig für den weiteren Verlauf der Aufstiegsrunde. Teamchef Martin Reichert geht "weiterhin ganz fest" davon aus, dass die Hawks am kommenden Wochenende an einem der beiden Semifinals teilnehmen. "Die Regeln sind ganz klar festgelegt. Ich sehe keinen Grund, warum sich das jetzt ändern sollte", so Reichert, der nach wie vor fest mit einem Sieg im Halbfinale rechnet.

Zum Erfolg von Pegnitz hatte er natürlich auch seine sportlich faire Meinung: "Das war heute nicht unser Spiel", sagte der Teamchef nach der Schlusssirene. Enttäuscht ja, sauer auf die Mannschaft, die immerhin alles versucht hatte, war er nicht. "Die Jungs haben sich heute einfach schwergetan gegen gute Pegnitzer. Stockfehler, Fehlpässe und so weiter. Außerdem hat Pegnitz einige geniale Tore erzielt", analysierte der Sylbacher die erste Heimpleite.

Wahrlich hatten die Hawks gegen unheimlich willige und engagiert auftretende Ice Dogs von der ersten Sekunde an ihre Probleme. Und der Zwischenspurt im sehr starken und effektiven Mittdrittel, als Jan Trübenekr mit einem Doppelschlag (21., 22.) sowie Jakub Sramek (30.) die Gästeführung aus Abschnitt eins (Torschütze war Roman Navarra, 13.) drehten, brachte keine Sicherheit. Im Gegenteil: Pegnitz schaffte durch einen verwandelten Penalty von Stefan Hagen den 3:2-Anschluss (34.) und nahm während den letzten 20 Minuten ganz das Zepter in die Hand. Gleich vier Mal gaben sie ESC-Schlussmann Nicolas Hetzel noch das Nachsehen und revanchierten sich so eindrucksvoll für die 3:4-Hinspielniederlage.

"So ein Spiel muss man auch hinnehmen", gab es von Reichert keinerlei Kritik für eine Leistung, die ein anderes Ergebnis wohl nicht gerechtfertigt hätte. "Wir hatten bislang eine grandiose Saison, die gesamte Mannschaft hat Überragendes geleistet. Und wenn dann, natürlich ausgerechnet heute, so ein Spiel dabei ist, dann spiegelt das einfach das Leben wieder", meinte er und fügte hinzu: "Ich denke trotzdem, dass wir mit der Saison bisher sehr sehr gut leben können."

 

Eishockey, Landesliga-Aufstiegsrunde, Gruppe 1

ESC Haßfurt – EV Pegnitz 3:6 (0:1, 3:1, 0:4)

Haßfurt: Hetzel, Jung – Hora, Müller, Stahl, Pribyl, Finzel, Marx, Hertwich, Endres – Sramek, Trübenekr, Büchner, Dietrich, Tobola, Zürcher, Kratschmer. Tore: 0:1 (13.) Roman Navarra (Patrik Dzemla, Mark Meier), 1:1 (21.) Jan Trübenekr (Daniel Hora, Jakub Sramek 5-4), 2:1 (22.) Trübenekr (Sramek, Hora), 3:1 (30.) Sramek (Trübenekr), 3:2 (34.) Stefan Hagen (Penalty), 3:3 (42.) Navarra, 3:4 (46.) Paul Wolf (Hagen, Ralf Skarupa), 3:5 (49.) Skarupa (Jannek Gerstner), 3:6 (53.) Christopher Schuster (Gerstner, Michael Breyer 4-5). Strafminuten: 12/12. Schiedsrichter: Feist (Herath/Worodnikow). Zuschauer: 665.