Die Haßfurter Hawks lassen sich auch durch viele versteckte Fouls nicht bremsen

Zehn Spiele, zehn Siege: Die Haßfurter Hawks haben es geschafft, mit einer blütenweisen Weste ihre Vorrundenauftritte im Stadion Am Großen Anger zu beenden. Und dies, obwohl es der Spitzenreiter am Doppelspieltag mit den zwei engsten Verfolgern zu tun hatte. Doch nach dem 5:2-Erfolg am Freitagabend gegen den EV Dingolfing gab es zwei Tage später gegen die Germering Wanderers noch eine Zugabe: die Oberbayern wurden gleich mit 8:1 bezwungen.

"Souverän gewonnen, was das Ergebnis betrifft", strahlte Petr Sikora nach der Sonntagspartie. Der ESC-Trainer wusste aber auch, bei wem er sich besonders bedanken konnte: "Ich glaube, dass uns der Hetzi (Torwart Nicolas Hetzel) sehr geholfen hat." Wahrlich erwischte der ESC-Schlussmann gegen die Wanderers wieder einmal einen Sahnetag und hielt seinen Kasten trotz vieler Großchancen der Gäste meist sauber. Selbst einen von Patrick Czajka geschossenen Penalty machte der 23-Jährige zunichte (37.).

Tatsache ist aber auch, dass die Hawks vor allem im ersten Abschnitt auch aufgrund einer äußerst effektiven Chancenverwertung bis zum Drittelende auf 4:0 davonzogen. Offener war die Partie dann erst während des weiteren Verlaufs. Den einzigen Treffer kassierte aber wieder Hetzels ebenfalls gut aufgelegte Kollegin Franziska Albl im Germeringer Tor: Jakub Sramek erhöhte auf 5:0 (30.). Und erst nachdem der Tscheche im Schlussabschnitt mit dem 6:0 das halbe Duzend vollgemacht hatte (50.), erzielte Louis Kolb den Ehrentreffer für Germering (55.). Dominik Tobola sowie Dominik Finzel schraubten das Ergebnis dann noch ein bisschen in die Höhe (58./59.).


Bereits nach der Partie am Freitagabend war indes klar: Die Haßfurter Hawks würden selbst nach einer Niederlage gegen Germering als Spitzenreiter zum ersten der vier noch ausstehenden Auswärtsspiele fahren. Gegen den Tabellenzweiten EV Dingolfing gingen sie schließlich als 5:2-Sieger vom Eis. Die geglückte Revanche für die 3:7-Klatsche beim ersten Aufeinandertreffen sorgte freilich nicht nur für Jubel, Trubel, Heiterkeit. Viele versteckte Fouls, zahlreiche Nickligkeiten wie Stockschläge oder Beinstellen sowie ganz offene Tätlichkeiten auf Dingolfinger Seite sorgten in der ansonsten hochklassigen Auseinandersetzung zweier Titelaspiranten für einen faden Beigeschmack.

Negativer Höhepunkt war ein mit lediglich einer zweiminütigen Bankstrafe geahndeter Crossscheck von Oliver Ferstl: Nachdem Tomas Pribyl mit einem platzierten Schuss in der 33. Minute für die 4:2-Führung sorgte, stieß der offensichtlich frustrierte Angreifer des EVD reflexartig seinen Schläger an den Hals des jubelnd vorbeifahrenden Dominik Tobala.

"Es war insgesamt auf jeden Fall ein Spitzenspiel, aber trotzdem sehr unfair", fiel deshalb das Gesamturteil der Begegnung auch für Dominik Finzel nicht völlig zufrieden aus. Ihn störten ebenso "viele Stockschläge, Beinstellen oder permanentes Haken. Einfach unfair. Letztlich haben beide Mannschaften aber gut gespielt. Wir waren aber am Ende die bessere", sagte der exakt zwei Meter große ESC-Verteidiger. "Wir haben letztlich gut gekämpft hinten heraus und gut verteidigt. Vom Kopf her geistig gescheit runter gespielt." Nicht nur der 20-Jährige ist derzeit mit der sportlichen Situation deshalb vollkommen einverstanden. "Es macht momentan viel Spaß. Wenn es so weitergeht, ist es gut."

Einen Wermutstropfen gab es derweil am Sonntag: Lukas Kratschmer bekam nach einer Boxeinlage ebenso wie sein Germeringer "Kampfgegner" Konstantin Kolb eine Spieldauerdisziplinarstrafe aufgebrummt und fehlt somit im anstehenden Auswärtsspiel.