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"Haßfurt ist meine zweite Heimat": Warum Jakub Sramek die Hawks dennoch in Richtung Waldkraiburg verlässt

Ob das Trikot mit der Nummer 13 wirklich mal unter dem Hallendach im Stadion am Großen Anger hängen wird, sei mal dahingestellt. Doch ohne Frage hat der ESC Haßfurt, der in diesem Dezember sein 20-jähriges Bestehen feiern wird, mit dem Weggang von Jakub Sramek einen der größten Spieler seiner jungen Vereinsgeschichte verloren. Zum zweiten Mal.

Anfang Mai hatte der Eishockey-Landesligist verkündet, dass der Tscheche künftig nicht mehr für die Hawks auflaufen wird. Noch am selben Tag verabschiedete sich Sramek per Videobotschaft von dem Verein, für den er insgesamt für fünf Spielzeiten aufgelaufen ist. "Hallo Fans, heute ist leider kein schöner Tag", beginnt der 31-Jährige auf Deutsch: "Ich muss dich für eine neue Challenge verlassen."

Drei Tage später wurde dann das offiziell, was sich viele bereits gedacht hatten: Sramek wird künftig für den EHC Waldkraiburg in der Bayernliga auflaufen. Den Löwen hatte sich bereits im vergangenen Sommer Daniel Hora, Srameks Landsmann und langjähriger Teamkollege beim ESC, angeschlossen. "Daniel hat bei dem Wechsel offensichtlich eine große Rolle gespielt", erklärt Sramek am Telefon, diesmal auf Englisch. "Er war meine Verbindung zu dem Verein."

Den ESC Haßfurt, seine erste Station im Ausland, zu verlassen, sei eine "sehr, sehr harte Entscheidung" gewesen. "Haßfurt ist meine zweite Heimat. Ich habe es mir nicht leichtgemacht, aber es hat sich nach dem richtigen Zeitpunkt angefühlt, diese Chance zu ergreifen", meint der Flügelstürmer, dessen tschechischer Sturmpartner Jan Trübenekr den Hawks wohl erhalten bleibt. Doch glücklich über Srameks Entschluss sei der nicht gerade gewesen. "Wir haben nicht viel darüber geredet. Ich habe ihm gesagt, dass sich für mich eine neue Option ergibt. Ich denke, er hat es verstanden. So ist es eben manchmal im Eishockey."

Sramek will es nochmal in der Bayernliga probieren. Logisch: Wer in 180 Pflichtspielen für die Hawks in der Landesliga irrsinnige 583 Scorerpunkte erzielt, hat definitiv das Zeug dazu, es eine Etage weiter oben zu versuchen. Zumal sich der Rechtsschütze dort auch schon bewiesen hat. Als Sramek sich zur Saison 2019/20 das erste Mal aus Haßfurt verabschiedet und sich dem EHC Königsbrunn angeschlossen hatte, produzierte er in der Bayernliga auf ähnlichem Niveau. In 36 Pflichtspielen verzeichnete der Angreifer 68 Scorerpunkte für die Pinguine. Mit den Löwen wird Sramek in der Bayernliga wieder auf sein altes Team aus Königsbrunn treffen. "Das wird sicher cool, die halbe Mannschaft von damals ist ja noch dort", meint er. Und schiebt nach, dass die Duelle gegen den ERV Schweinfurt dann eher "normale" Spiele für ihn seien. "Gegen Schweinfurt zu spielen, wird im Waldkraiburger Trikot nicht dasselbe sein."

Stichwort Schweinfurt: Die Partien gegen die Mighty Dogs aus seiner ersten Saison beim ESC, in der Runde 2017/18, als es nicht in Freundschafts-, sondern in Pflichtspielen gegen den unterfränkischen Rivalen ging, zählen für Sramek zu seinen persönlichen Highlights aus seiner Zeit bei den Hawks. Und die Finalserie gegen Dingolfing im Vorjahr: "Das war unglaublich intensives und gutes Eishockey."

Blickt der 31-Jährige auf die Zukunft des Haßfurter Eishockey, hat er eine klare Meinung. Er traue seiner Ex-Mannschaft auf jeden Fall wieder die Aufstiegsrunde zu. Ob es für die Bayernliga reicht, sei freilich noch nicht abzusehen. Aber: "Die jungen Spieler werden weiter einen Schritt nach vorne machen. Und hoffentlich immer besser werden. Die Fans in Haßfurt verdienen endlich den Aufstieg in die Bayernliga." Er selbst würde sich jedenfalls freuen, stünden sich irgendwann Waldkraiburg und die Hawks in der Bayernliga gegenüber. Zukunftsmusik. Vorerst geht es ihm darum, es mit seiner neuen Mannschaft möglichst weit zu bringen. "Ich will mit Waldkraiburg in die Play-offs. Das ist mein Ziel. Das wird schwierig, aber ich glaube daran. Sonst hätte ich diese Entscheidung nicht getroffen."

 

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