Timo Jung glaubt fest an seinen zweiten Bayernligaaufstieg mit den Haßfurter Hawks

Die derzeitige Nummer 2 beim ESC Haßfurt warnt aber vor dem Halbfinalgegner SC Reichersbeuern. Der Grundstein soll bereits beim Auswärtsspiel am Freitag gelegt werden

 

SC Reichersbeuern – ESC Haßfurt (Freitag, 19.30 Uhr)

ESC Haßfurt – SC Reichersbeuern (Sonntag, 18.30 Uhr)

"Von Anfang an wollte das Team von ESC-Trainer Frank Genßler mit unbändigem Einsatz die 7:5-Niederlage vom Hinspiel in Schongau wettmachen. Mit Erfolg: "Es ist einfach richtig geil", strahlte nicht nur Rafael Popek nach dem hochverdienten 5:2-Erfolg." So stand es vor knapp neun Jahren beim ersten Aufstieg der Haßfurter Eishockeymannschaft in der Zeitung. Sorgen die Haßfurter Hawks jetzt zum zweiten Mal in der mittlerweile 17-jährigen Vereinsgeschichte des Eissportclubs der Kreisstadt für Furore? Der zweite Aufstieg in die Eishockeybayerliga ist jedenfalls nur noch maximal drei Spiele entfernt.

Die Haßfurter Hawks sorgen mit ihrem 3:6 noch einmal für Spannung

Zwei Siege gegen den SC Reichersbeuern, egal in welcher Höhe, wären notwendig. Nach Rafael Popek, Martin Dürr, Philip Bates, David Franek, Martin "Hexer" Hildenbrand, Matthias Brahmer oder auch Ilja Kinereisch wollen am Wochenende nun Jakub Sramek, Christian Dietrich, Lukas Kratschmer, Pascal Marx, "The Wall" Nicolas Hetzel sowie ihre Teamkollegen für ein weiteres sportliches Glanzlicht in Haßfurt sorgen. Eine große Feier im Stadion "Am großen Anger" würde es am Sonntag aber nur dann geben, wenn die Hawks bereits das Auswärtsspiel am Freitag für sich entscheiden und nachlegen. Bei einer Niederlage in Bad Tölz, wo Reichersbeuern seine Heimspiele austrägt, würde eine Entscheidung möglicherweise – falls Haßfurt das Sonntagsspiel gewinnt  – erst im dritten Anlauf am 18. März, wieder in Bad Tölz, fallen.

Timo Jung trug schon 2013 das Hawks-Trikot

Einer, der bereits vor neun Jahren das Hawks-Trikot anhatte, verschwendet daran freilich keinen Gedanken. Timo Jung ist optimistisch, dass der Sieger bereits am Sonntagabend "gekrönt" wird und aus Haßfurt kommt. "Ich denke, dass wir es in dieser Saison schaffen", glaubt er fest an den zweiten ESC-Aufstieg seiner Karriere. "Die ganzen Ereignisse, sei es die Trainerfrage, oder wieder mal Corona, haben uns als Mannschaft zusammenwachsen lassen. Es ist eine ganz andere Stimmung in der Kabine, als die Jahre davor, als wir in den Play-offs waren", erinnert sich der 31-jährige Bergrheinfelder an einige vergebliche Anläufe zurück.

Für ihn spielt auch die Unterstützung von außerhalb eine große Rolle. "Die Stimmung der Fans ist diese Saison eine andere. Sie helfen uns, dass wir alles aus uns herausholen." Dennoch sieht er "mehr Parallelen als Unterschiede" zu 2013. "Natürlich haben wir heute beispielsweise mehr Kontingentspieler. Aber auch damals waren wir eine super Mannschaft, ohne einen einzelnen Star zu haben. Genau wie aktuell. Wenn eine Reihe einen schlechten Tag hat, ist eine andere da, welche die Tore macht", betont Jung.

Jung warnt vor vermeintlich leichtem Gegner

Er warnt indes vor dem vermeintlich leichten Gegner, nachdem die gesamte Landesligagruppe 2 schon von Saisonbeginn an als "einfacher" eingestuft wurde. "lch denke einfach, dass auch in dieser Gruppe die Mannschaften, die in die Play-offs gekommen sind, nicht ohne Grund da sind", appelliert Timo Jung eindringlich an seine Teamkollegen, den Gegner nicht eine Minute zu unterschätzen. Er hält beide vermeintlichen Außenseiter, Reichersbeuern ebenso wie die Germering Wanderers, mit denen sich Pegnitz auseinandersetzen muss, für "starke Mannschaften, die sehr körperbetont spielen und somit immer für eine Überraschung gut sind."

Tatsache ist, dass Reichersbeuern nach der Vorrunde bei 15 Erfolgen und drei Niederlagen 45 Punkte auf dem Konto hatte. Auch in der Aufstiegsrunde gingen sie in sieben Partien lediglich einmal als Verlierer vom Eis. Zu guter Letzt sagen die jeweiligen Tordifferenzen von 53 (111:58) sowie 28 (39:11) viel über die Gefährlichkeit des Gegners aus, der im Angriff (unter anderem mit den Topscorern Maximilian Hirschberger, Johannes Fischer und Lukas Stauffert) sowie in der Abwehr nicht nur über viel Quantität, sondern über noch mehr Qualität verfügt.

Kein Neid auf die Nummer 1 im Tor

Dass er sich aktuell mit der zweiten Reihe zufrieden geben muss, ist für Timo Jung derweil kein Problem. Er wünscht sich, dass Nicolas Hetzel am Wochenende seine herausragende Form in den Partien gegen Reichersbeuern beibehalten kann. "Er hat sich das über die Saison erarbeitet und zeigt immer eine gute Leistung. Natürlich möchte jeder gerne spielen, keine Frage. Aber es war ja auch meine Entscheidung, mich auf das Private etwas mehr zu fokussieren", sagt der junge Familienvater, der "absolut nicht neidisch" auf die derzeitige Nummer 1 ist. Er freut sich jetzt erst einmal auf die Play-offs und dann an die kommende Saison, in der er "hoffentlich in der Bayernliga wieder angreifen" will.