Wie sieht es in Sachen Aufstieg für den ESC Haßfurt aus?

Vor dem Duell mit Pegnitz haben die Hawks das Halbfinale um den Aufstieg in die Eishockey-Bayernliga bereits sicher. Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um den Endspurt gibt es hier.

 

Das Playoff-Halbfinale ist erreicht. Am Freitag geht es für den Eishockey-Landesligisten ESC Haßfurt im letzten regulären Aufstiegsrunden-Spiel gegen den EV Pegnitz (19.30 Uhr), was quasi einer Generalprobe gleichkommt, nur noch darum, ob man als Spitzenreiter der Gruppe 1 eine Woche später gegen den derzeitigen Tabellenzweiten der Gruppe 2, den SC Reichersbeuren, um den Bayernliga-Aufstieg kämpft. Oder müssen die Hawks sich am Ende doch mit Rang zwei begnügen? Dann käme der Gegner eventuell aus Germering.

Unabhängig davon strebt nicht nur ESC-Teamchef Martin Reichert den 13. Sieg im 13. Pflicht-Heimspiel an und danach das "absolute i-Tüpfelchen einer bislang sportlich grandiosen Saison", wie es der 58-Jährige auf den Punkt bringt. Wie kam es aber zum Höhenflug der Hawks und wie sieht der weitere Fahrplan Richtung Bayernliga aus?

Was läuft in dieser Saison besser als in der vergangenen?

Ein großer Faktor ist der Zusammenhalt. Für Sportvorstand Andreas Kurz führten "die schwierigen Wochen zu Saisonbeginn" und die daraus resultierenden "vielen Gespräche innerhalb der Mannschaft sowie mit der sportlichen Leitung" dazu, dass das Team "viel, viel enger zusammengerückt" sei. "Das sieht man auf dem Eis, wo jeder für jeden arbeitet und alles raushaut, was geht", so Kurz. Zudem haben sich laut Reichert die jungen Spieler "zum Teil sehr gut entwickelt. Und die anderen werden noch folgen."

Hinsichtlich verletzungs- und krankheitsbedingter Ausfälle waren die Hawks letztlich "nicht so stark betroffen" und alle Spieler hätten in der bisherigen Saison "eine tolle Leistung" gezeigt, lobt Reichert das Team. Und das, obwohl aufgrund der Pandemie Partien immer wieder abgesagt oder verlegt werden mussten. Ebenfalls wichtig: Die Topscorer Jan Trübenekr (bislang 35 Tore und 37 Assists) und Jakub Sramek (38/28) sowie ihre Teamkollegen schlugen oftmals im richtigen Augenblick zu.

Was haben die spielenden Trainer bewirkt?

Die Tschechen Dominik Tobola, Jakub Sramek, Daniel Hora und Jan Trübenekr (zusammen mit Landsmann Tomas Pribyl mit einer Scorerbilanz von bisher 97 Treffern und 153 Vorlagen) haben zum einen die Last von allen Beteiligten genommen, nachdem Trainer Zdenek Vanc plötzlich nicht mehr zur Verfügung stand. Zum anderen sorgten sie für die Stabilität im Trainingsbetrieb.

Wie hat die Mannschaft die chaotische Runde weggesteckt?

Sehr gut. "Die wirklich oftmals nicht einfache Saison hat uns noch mehr zusammengeschweißt", betont Kapitän Christian Dietrich. "Wenn du in wichtigen Phasen so viele Krankheitsfälle zu verkraften hast oder auf nicht geimpfte Spieler verzichten musst und deshalb nur einen kleinen Kader zur Verfügung hast, dann wächst du als Team einfach noch mehr zusammen. Und genau das hat uns so erfolgreich gemacht."

Wie hoch ist der Anteil der Fans am Höhenflug?

Enorm hoch. Sie stehen geschlossen hinter den Hawks. Die durchschnittlich 430 Zuschauerinnen und Zuschauer in den bisherigen zwölf Pflichtspielen – ebenfalls Spitze in der Landesliga – sind aufgrund ihrer Anfeuerung sicher mitverantwortlich, dass der ein oder andere Punkt mehr in Haßfurt geblieben ist, oder – wie etwa bei den Auswärtspartien zuletzt in Dingolfing, Pegnitz, Moosburg und Waldkirchen, als ebenfalls meist "Rot-Weiß" dominierte, mit nach Hause genommen wurde. Bei den Auswärtsauftritten ist die Unterstützung zuletzt stetig angewachsen. Es ist wieder eine echte Euphorie im Haßfurter Eishockey zu spüren.

Wie stehen die Chancen in Richtung Bayernliga?

"Ich weiß nicht, wer uns schlagen sollte", sagte Schlussmann Nicolas Hetzel, seit Wochen in blendender Verfassung, selbstbewusst und optimistisch schon vor längerer Zeit. Ein Blick auf die Statistiken zeigt: Die Hawks treten schon in der ganzen Saison als stabiles Team auf.

Alle bisherigen Partien im Stadion Am Großen Anger wurden gewonnen. Seit dem 7:1-Erfolg in Freising ist zudem die anfängliche Schwäche in der Fremde passé. Alle vier Auswärtspartien in der Aufstiegsrunde haben die ESCler für sich entschieden.

Bestes Beispiel für den immer vorhandenen Siegeswillen war der 8:3-Kantersieg einer Haßfurter "Rumpftruppe" gegen die favorisierten Isarrats aus Dingolfing Mitte Dezember.

Zudem sprechen die beste Abwehrabteilung und der beste Angriff, sowohl in der Vor- (103:64 Tore) als auch in der Aufstiegsrunde (bislang 39:20 Tore), eine deutliche Sprache. Den besten Rückhalt der Liga nicht zu vergessen: Hetzel hat sich mittlerweile über die Landesliga hinaus einen Namen gemacht. Sollte alles normal laufen, werden die Hawks wohl aufsteigen.

Wie laufen die weiteren Aufstiegsspiele ab?

Unterdessen hat Ligenobmann Frank Butz vom Bayerischen Eissport-Verband (BEV) nochmals betont, die beiden Bayernliga-Aufsteiger "falls möglich" mittels Halbfinale (Überkreuzspiele der beiden Gruppen) und einem anschließendem Endspiel (beide Finalisten wären Aufsteiger) im Play-off-Modus "Best-of-Three" zu ermitteln. Voraussetzung hierfür sei, dass alle Meisterschaftsspiele bis zum Beginn der Play-off Runden am 11. März sportlich ausgetragen wurden oder die Quotientenregel kein anderes Tabellenbild zulassen würde.

"Sollte ein Halbfinale aus Termingründen nicht gespielt werden können, da zum Beispiel offene Spiele nachzuholen sind, ist der jeweils Erstplatzierte der Aufstiegsrunde der sportliche Aufsteiger in die Bayernliga", macht Butz deutlich. Möglich ist dann noch, den Meister der Landesliga in Hin- und Rückspiel zu ermitteln. Und: Sollten sich beide Vereine nur auf einen Spieltermin verständigen, wäre auch dies nach vorheriger Absprache mit dem zuständigen Spielgruppenleiter möglich. "Bei einer Austragung mit Hin- und Rückspiel wird der Modus in Absprache mit den teilnehmenden Vereinen festgelegt", so Butz.